Bei Finanzen und Versicherungen unbedingt die Krankenversicherung berücksichtigen
Die Krankenversicherung für jeden in Deutschland absolut verbindlich. Doch wenn man sich insbesondere die jüngsten Veränderungen im Gesundheitswesen anschaut, die ab 2011 auf gesetzlich Versicherte zukommen, dann scheint ein Wechsel in die private Versicherung immer naheliegender. Denn für gesetzlich Versicherte wird die Krankenversicherung immer teurer!
Was wird teurer?
Durch die diesen November (2010) beschlossene Gesundheitsreform steigen die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen auf 15,5 %. Zuzüglich dessen werden Zusatzbeiträge erhoben. Diese Zusatzbeiträge müssen alleine die Versicherten stemmen. Sie dürfen von den jeweiligen Krankenkassen in beliebiger Höhe erhoben werden. Das bedeutet, dass die eigentlichen Beiträge zunächst nicht mehr steigen. Stattdessen wird über die Zusatzbeiträge ausgeglichen. Aufs Wesentliche reduziert heißt das, dass kommende Steigerungen (die im Grunde vorprogrammiert sind) einzig und allein die Versicherten selbst bezahlen müssen. Was Arbeitgeber beitragen müssen, wurde somit praktisch eingefroren, da alle weiteren Steigerungen über die Zusatzbeiträge und somit über die Versicherten finanziert werden. Die versprochene Entlastung des “kleinen Mannes“ hat sich als Mogelpackung erwiesen. Daran ändert auch der salbungsvolle “Sozialausgleich“ nichts.
Wie kann man wechseln?
Der Wechsel in die private Krankenversicherung steht Selbständigen und Freiberuflern generell offen. Angestellte Gutverdiener, die innerhalb eines Jahres 49.940 Euro verdienen, sind bei Nachweis dieses Verdienstes ab 2011 ebenfalls berechtigt, in die PKV zu wechseln. Der Umstieg wurde den Gutverdienern somit erleichtert, da diese nicht wie bisher einen solchen Verdienst über drei sondern nur noch über ein Jahr nachweisen müssen. Dafür war die Grenze von 49.940 Euro zuvor etwas geringer angesetzt. Nichts desto trotz wird durch diese Maßnahme der Umstieg von GKV nach PKV erleichtert.
Konsequenzen für den Sozialstaat
Was diese Gesundheitsreform temporär und strukturell bewirkt, sind ganz offensichtlich zwei Paar Schuhe. Auf der einen Seite wurden zwar gar zu rote Zahlen für das nächste Jahr abgewendet. Strukturell jedoch schadet diese Reform der GKV. Denn nun gibt es für Gutverdienende Angestellte, Selbständige sowie Freiberufler kaum noch einen Grund, in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben zu wollen. Wer sich mit den Basisleistungen eines privaten Anbieters zufrieden gibt, wird in etwa den gleichen Behandlungsstandard erfahren und sehr viel billiger wegkommen. Und das kommende Beitragssteigerungen über den Mechanismus der Zusatzbeiträge alleine auf die versicherten Arbeitnehmer entfallen, ist ein Affront und hat mit Solidarität nichts mehr zu tun. Solidarisch muss wieder mal vor allem der einfache Arbeitnehmer sein, der nicht genug verdient, um in die PKV wechseln zu können. Dazu muss man nämlich mindestens 4.161,66 Euro im Monat verdienen.